Als der Nebel sich lüftete

Aus gegebenem Anlass schreibe ich heute über eine relativ große Veränderung in meinem Leben. Im Vorfeld möchte ich sagen, dass ich mit dem Folgenden niemanden angreife, sondern meine ganz persönlichen Erfahrungen preisgebe. Jeder ist Herr über sein eigenes Leben und ich maße mir nicht an zu behaupten, dass mein Lebensstil das Optimum und alles andere „schlecht“ ist. Alles klärchen?

Am 15. Dezember 2015 habe ich, wie du vielleicht schon mitbekommen hast, beschlossen, mit dem Rauchen aufzuhören. Das klingt nicht wirklich so wichtig, als dass es einen Blog-Beitrag wert wäre. Für mich ist das eine ganz große Sache und ich glaube, es ist das Paradebeispiel für eine positive Veränderung. Ich verspreche mir ziemlich viel davon.
Manche Leute schaffen es, einfach so mit dem Rauchen aufzuhören. Meine Mama zum Beispiel hat irgendwann „einfach“ nicht mehr geraucht. Andere schwören auf Pflaster, Kaugummis oder diverse Bücher, die versprechen, dass man nach dem Lesen Nicht-Raucher sein soll. Dabei wird gerne mal die Verantwortung auf dieses oder jenes Hilfsmittel abgewälzt und das funktioniert natürlich nicht. Ein Hilfsmittel sorgt nicht dafür, dass irgendetwas passiert – es kann „nur“ helfen, aber die aktive Veränderung muss schon im eigenen Kopf passieren.
Ich habe ehrlich gesagt keins der genannten Mittelchen ausprobiert, weil ich bis zu jenem Tag gar nicht vorhatte aufzuhören. Zwar hatte ich schon mal darüber nachgedacht, aber ernsthaft aufhören wollte ich nicht. Was hat also meine Meinung geändert? Wie habe ich es geschafft? – Mit Hokuspokus, um mal den Ungläubigen den Wind aus den Segeln zu nehmen, und das Zauberwort ist „Hypnose“.
Über Hypnose selbst schreibe ich ein anderes Mal. Fakt ist, dass es mir geholfen hat zu begreifen, was ich unterbewusst schon Jahre lang mit mir herumschleppe: Rauchen verletzt mich. Physisch, mental, emotional und spirituell. Und plötzlich habe ich den Entschluss gefasst, meine restlichen Zigaretten in den Müll zu werfen und nie wieder welche zu kaufen. Da die Feiertage vor der Tür standen, war das nicht besonders leicht, glaub mir.

Aber das schwierigste an der ganzen Sache ist, es nicht schwierig zu machen. Nach meinem Entschluss hatte ich eine ganz neue Erwartungshaltung an mein Leben – an mich selbst. Ich habe von mir erwartet, ein besseres Leben zu führen, freier zu sein, gesundheitliche Fortschritte zu machen und eine ganz neue Verantwortung zu übernehmen. Das waren Erwartungen, die ich natürlich nicht von jetzt auf gleich erfüllen konnte. Wie auch? Alles in meinem Leben fand vor oder nach der nächsten Zigarette statt. Ich war schon immer ein Stress-Raucher und als ich merkte, dass ich eben nicht alles so gut meister, wie ich gern wollte, schwirrte ständig dieses Stimmchen in meinem Kopf herum. „Das bringt doch eh nichts.“
Jede Situation nach dem „Aufhören“ war neu. Ich hatte noch nie eine Klausur in der Uni geschrieben, ohne vorher und danach zu rauchen. Ich habe noch nie Alkohol getrunken, ohne dabei zu rauchen (im Sinne von am Wochenende feiern gehen). Ich habe noch nie eine Panik-Attacke gehabt, ohne mich mit einer Zigarette zu beruhigen. Das Rauchen war seit Jahren Teil meiner Gleichung und auf einmal nahm ich etwas aus dieser Gleichung weg. Ich hab nicht bedacht, dass sich das Ergebnis ändern könnte. Natürlich ändert sich jede Situation, in der ich vorher geraucht hätte. Und das grundlegend.
Der Punkt ist aber nicht, dass es deswegen so schwierig ist. Es ist eigentlich ganz einfach. Rauchen hat meine Probleme gelöst. Die Panik, die Angst, die Unbeschwertheit, die Unsicherheit, die Langeweile. Und ich glaube, du wirst mir zustimmen: Wirklich gelöst hat das Rauchen diese Probleme natürlich nicht. Höchstens verschleiert, im wahrsten Sinne. Um das herauszufinden, musste ich aber erst mal aufhören.
Es ist also eigentlich ganz einfach, mein Leben aufzuräumen – angefangen mit der Kippenschachtel im Mülleimer und weiterhin durch tatsächliches Lösen meiner Probleme. Es gibt eine Million Dinge, die ich stattdessen tun kann und die mich innerhalb von Sekunden glücklicher machen. Außerdem habe ich grob überschlagen pro Tag ungefähr eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung. Und monatlich 50 Tacken mehr auf dem Konto. Nicht zu rauchen ist ein Akt der puren Selbstliebe.

Ich bin ziemlich froh, dass ich nicht mehr rauche. Ist das nicht der standardmäßige erste Schritt zum Lebenswandel?

Kuss, Lilli

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