Neues aus dem Elfenbeinturm: loslassen, winken, weitergehen.

Ohhh Himmel, die Semesterferien sind knapp vorbei und was habe ich die ganze Zeit gemacht? Klingt vielleicht komisch, aber ich habe nachgedacht. Viel und intensiv. Ich wurde in den letzten Wochen immer wieder daran erinnert, dass ich annähernd jedes Werkzeug besitze, um meines eigenen Glückes Schmied zu sein – manchmal vergesse ich aber, was ich schon alles gelernt und in mein Werkzeugköfferchen gelegt habe. Deshalb habe ich mich dazu verpflichtet, mich selbst daran zu erinnern, bis es mir aus den Ohren kommt. Projekt: Positives Langzeitgedächtnis, wenn man so möchte. Glücklichsein lernt man schließlich nicht mal eben so.

Zuerst berichte ich aber von Gala Darlings Buch, von dem ich (hier) schon erzählt habe. Es hat meine Erwartungen vollkommen erfüllt. Wie der Titel „Radical Self-Love. A Guide to loving yourself and living your Dreams“ schon verrät, geht es rund um das Thema Selbstliebe. Das Buch hat 7 Kapitel und ist in 3 große Abschnitte eingeteilt, die da heißen: Dich selbst lieben, andere lieben und tägliche Magie. „Magie“ ist an dem Punkt vielleicht etwas irreführend, weil es nicht um Zauberei geht, sondern um Selbstliebe im Alltag. Ist ja fast das Gleiche.

Vom Inhalt ganz abgesehen, begeistert mich das Buch, weil es kurz und knackig und praxisorientiert ist. Es gibt selten mehr al 3 Seiten Fließtext am Stück und die Kapitel sind in viele kleine Abschnitte, teilweise mit Stichpunkt-Listen, unterteilt. Außerdem gibt es am Ende jedes Kapitels „Hausaufgaben“, also zusätzliche praktische Tipps, die so ziemlich jeder mal ausprobieren kann (oder sollte).

2 Bemerkungen muss ich aber machen: Erstens gibt es noch keine deutsche Übersetzung. Ich persönlich finde Galas Schreibstil sehr einfach und mit Schulenglisch-Kenntnissen durchaus lesbar, aber vielleicht kann ich es schlecht beurteilen, weil ich ihre Texte seit Jahren lese. Ein Vögelchen zwitscherte mir, dass eine deutsche Version Ende des Jahres erscheinen soll. Zweitens ist das Buch für Frauen. Hetero- und Homosexuelle Frauen. Das ist total legitim, aber trotzdem eine Anmerkung wert (falls sich ein Mann mit ernsthaftem Interesse an dem Buch hierhin verirrt hat).

Mein Fazit: Jede Frau sollte dieses Buch besitzen. Es hat Herz und macht glücklich.

 

Selbstliebe ist die Lösung für fast alles, was wir „Problem“ nennen. Gala hat das ganz richtig erkannt, auch wenn sie auf die Ursache für fehlende Selbstliebe nicht näher eingeht. Ich habe das – und kürzliche persönliche Erfahrungen – zum Anlass genommen, mir ein paar Gedanken zu machen. Denn ich glaube, ein wichtiger Schritt zum positiven Selbstbild ist das Loslassen von allen Zweifeln, Ängsten und Traumata.

Loslassen. Was heißt es, wenn ich ein negatives Gefühl oder ein Ereignis loslasse? Es heißt nicht, dass schlechte Dinge ungeschehen gemacht werden, so viel steht fest. Niemand ist ein unbeschriebenes Blatt und kein Psychologe der Welt heilt seine Patienten, indem er negative Erinnerungen und Erfahrungen aus dem Geist löscht. Das hoffe ich zumindest.

Für mich ist loslassen ein Prozess. Ein denk-intensiver und spiritueller Prozess, den man auf 7 Schritte runterbrechen kann.

1. Das Problem identifizieren. Was hält mich zurück? Wut, Trauer, Hilflosigkeit? Je mehr man über die Altlast weiß, desto einfacher lässt es sich damit arbeiten.

2. Warum ist das so? Wo kommt dieses Gefühl her? Was ist passiert und vor allem: Hab ich so etwas schon mal erlebt? Glaub mir, die Erkenntnis, ständig dieselben Muster zu durchleben, kann recht ernüchternd sein – aber dem kannst du ja, Gott sei Dank, jetzt entgegenwirken.

3. Realisiere – und lass dir das ruhig ein paar Mal durch den Kopf gehen: Es hätte nicht anders bzw. besser sein können. Denn es ist so passiert.

4. Zurückbesinnung. Was war nochmal Lektion Nr. 1 in der Selbstliebe-Schule? Ich liebe mich selbst bedingungslos. Das bedeutet, ich liebe mich trotz, oder eher aufgrund meiner Vergangenheit.

5. A propos Vergangenheit: Es ist Zeit, sich vor Augen zu führen, wie steinig der Weg bisher war und wie weit man ihn schon gewandert ist. Fakt ist, du bist nicht nicht dieselbe Person, wie vor 6 Jahren, 6 Monaten oder 6 Wochen. Du hast Erfahrungen gesammelt und hast Hindernisse überwunden (und manchmal ist ein Hindernis nicht mehr als ein simpler Anruf oder ein Berg dreckiges Geschirr). Klopf dir auf die Schulter und sei mal einen Moment stolz darauf, nicht aufgegeben zu haben.

6. Volle Kraft voraus. Gibt es etwas, das mich vom Loslassen und Durchstarten abhält? Wenn ja, was kann (AKTIV) ich dagegen tun? Damit meine ich nicht „Wenn XYZ erledigt ist, kann ich endlich durchstarten“, sondern eher „XYZ hilft mir beim Durchstarten und ist der erste Schritt in die richtige Richtung“.

7. Neue Ziele. Ziele sind hier zweierlei wichtig: a) Sie bringen Motivation ins Spiel und b) sie bringen Sinn in unser Tun.

Momentan hadere ich mit meinen Zielen. Klar, meine Bacheloarbeit steht ganz oben auf der Liste, aber ich bin zu wenig Karrieremensch als dass mich das allein zufriedenstellen könnte. Es ist Zeit für den Frühjahrsputz. Wenn man die ganze Butze aufräumt und alle Schränke ausmistet, ist es unvermeidlich lang vergessene Artefakte neu zu entdecken. Das Kleid, das man noch nie getragen hat und das Bild, das man malen wollte oder die Musik, zu der man Salsa tanzen möchte.

Challenge accepted!

 

Kuss, Lilli

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