Das Manifest der guten Seele

Ich habe ein Manifest geschrieben. Für mich und für Gleichgesinnte. Ich verzichte mal auf Erklärungen – Freue mich aber über Feedback und Meinungen!

 

Das Manifest der guten Seele

  1. Verurteile niemanden, bevor du ihn kennst.Schwierige Sache. Manchmal verurteilen wir Leute, ohne es zu merken. Ich gebe mir Mühe, nicht zu lästern. Und ich ermahne mich, das ungute Gefühl abzuschütteln, wenn der müffelnde Mann in zerschlissenen Klamotten sich im Bus neben mich setzt. Es gibt Dinge, die ich nicht gut finde, aber eine Person, die man nicht weiter kennt, oder mit welcher man keinen einzigen Satz gewechselt hat, zu verurteilen, ist schlichtweg gemein. Jeder, über den schon mal gelästert wurde, versteht mich sicher.
  2. Sei dankbar.Wenn das Leben sich wie ein Spießrutenlauf anfühlt, ist es schwierig für etwas dankbar zu sein. Aber das ist die Kunst. Die unbemerkten Dinge machen manchmal den Unterschied. Abgesehen davon können wir dankbar für das Leben sein. Es gibt Menschen, die heute morgen nicht aufgewacht sind. Nichts ist selbstverständlich und garantiert – nicht mal die nächsten 10 Minuten. Ich bin dankbar für jeden Atemzug. Und für das Internet.
  3. Finde dich selbst ohne zu suchen. Geh mit offenen Augen durchs Leben.Wenn man immer nur diese eine Sache sucht – sich selbst oder auch den perfekten Partner oder sonst was – entgeht einem so viel. Am Ende bist du der ewig Suchende. Ich habe beschlossen, dass ich mich nicht finden möchte. Klingt mir viel zu sehr nach Stagnation. Lieber erfinde ich mich jeden Tag neu und lass mich immer wieder inspirieren.
  4. Glück erreichst du, indem du es zulässt.Oder auch: der Weg ist das Ziel. Wenn du dein Glück immer auf einen Zeitpunkt in der Zukunft schiebst (Wenn ich mit der Schule / dem Studium fertig bin, wenn ich von zu Haus ausgezogen bin, wenn ich ein geregeltes Einkommen habe, wenn das Haus abbezahlt ist, …), dann kannst du dir nicht nur nie sicher sein, ob du es überhaupt erreichst. Du verplemperst auch dein Leben mit aktivem Nicht-glücklich-Sein.
  5. Sei präsent.Denn nur im Hier und Jetzt besteht die Chance auf wirkliches Glück. Vergangenes Glück kommt nicht wieder und zukünftiges Glück ist niemandem garantiert.
  6. Vernachlässige niemals niemals niemals das, was dir Freude bereitet.Ich habe nach dem Abitur so gut wie alle meine Hobbies fallen lassen, weil ich entweder keine Zeit mehr hatte, oder andere Dinge wichtiger wurden (z.B. Anschluss in der neuen Stadt finden etc.). Hobbies, Interessen und Leidenschaften sind ein Teil von uns, den wir nie vernachlässigen sollten. Tatsächlich sollten wir uns dafür IMMER Zeit nehmen. Als ich mir darüber bewusst wurde, dass ich keine Hobbies mehr hatte, fand ich mich selbst ziemlich langweilig.
  7. Hinterlasse Spuren, verewige dich.Es ist völlig egal, ob man Tagebuch schreibt, eine Revolution anführt oder „Ich war hier“ auf eine Klo-Wand kritzelt. Der Welt etwas zu hinterlassen ist ein gutes Gefühl. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich dankbar fürs Internet bin.
  8. Gehe gut mit anderen Menschen um.Rücksicht, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit. What goes around, comes around. Daher tun wir uns selbst einen Gefallen, wenn wir gute Vibes aussenden.
  9. Gehe gut mit dir selbst um.Du bist der Mensch, der dich dein Leben lang begleitet und auch der einzige Mensch, der immer etwas in deinem Leben verändern kann. Sei dir selbst ein guter Freund. Selbstliebe ist der Schlüssel zu… fast allem. Davon bin ich überzeugt.
  10. Übernimm Verantwortung. Auch für die Dinge die „nicht deine Schuld“ sind.Ich erinnere mich noch an Zeiten in der Schule, wenn der Lehrer Strafen verhängt hat und man sich und allen anderen eingeredet hat, dass man doch gar nichts dafür konnte, dass der Rechner kaputt gegangen und das Referat futsch war. Spätestens im Arbeitsleben oder in der Uni müssen wir zusehen, dass Sachen funktionieren. Und dafür gerade stehen, wenn sie es nicht tun.
  11. Fühle. Immer.Manche Menschen unterdrücken ihre Emotionen, manche projizieren sie auf andere Menschen. Meiner Meinung nach ist das so, weil wir verlernen, mit unseren Gefühlen umzugehen. Wenn dir also zum Heulen zumute ist, heul. Wenn du wütend bist, nimm deine Bude auseinander. Aber siehe Punkt 10: übernimm Verantwortung für deine Gefühle – also mach sie in erster Linie mit dir selbst aus. Außerdem bin ich ein Fan von Intuition. Meine hat mich noch nie getäuscht.
  12. Biete deinem Ego nicht allzu viel Raum.Das Ego schreit ganz laut, wenn wir Dinge persönlich nehmen. Oder uns selbst zu wichtig. Deshalb plädiere ich für mehr Fokus auf das große Ganze, Kontext und Punkt 8.
  13. Mach dich nicht kleiner und unsichtbarer als du bist. Schäme dich nicht.Irgendwas finden wir immer, was uns peinlich ist. Den wenigsten ist bewusst, dass JEDER Mensch Peinlichkeiten erlebt, oder grausame Kinderfotos von sich hat, oder heimlich Helene Fischer hört. Wir sind ALLE Freaks, jeder auf seine Art. Ich finde das unglaublich beruhigend und gebe mir Mühe mich nicht hinter einer perfekten Fassade zu verstecken.
  14. Versuch nicht, wie andere zu sein. Und auch nicht, wie andere dich gern hätten.Wir sind nicht nur Freaks, sondern auch alle einzigartig. Du bist deine eigene Kategorie, weshalb sich irgendwo anders unterordnen? An dem Versuch, jemand anderes zu sein oder Erwartungen anderer zu erfüllen, scheitert man. Das einzige, was du zu 100% gut kannst und worin du niemals übertroffen wirst, ist DU SELBST zu sein.
  15. Werde dir darüber bewusst, wie du dich verhältst. „Bewusster leben“ ist leider zu einer Floskel geworden. Was eine schöne Metapher für ihren eigentlich Sinn ist. Selbstreflektion ist sooo wichtig. Und das gilt nicht nur für den Umgang mit sich selbst oder anderen Menschen, sondern auch für die Welt, in der wir leben. Jeder sollte sich ab und zu vor Augen halten, welche Rolle er im großen Ganzen spielt und ob er damit wirklich d’accord ist. Manchmal merken wir gar nicht, was wir alles ganz automatisiert machen, ohne darüber nachzudenken.
  16. Mach Fehler und vergib dir dafür.Nicht nur, weil Irren menschlich ist, sondern, weil wir aus Fehlern lernen. Manchmal auch erst nach dem 5. Mal. Hätte ich in meinem Leben keine Fehler gemacht, dann könnte ich heute nicht mit voller Überzeugung behaupten, dass das Leben weitergeht. Und solange das Leben weitergeht, sehe ich keinen Grund dafür, keine Fehler zu machen.
  17. Gib dein Bestes, egal wie das konkret aussieht.Es gibt Tage, an denen ich es nicht mal bis vor die Haustür schaffe. Und es gibt Tage, an denen ich vor Motivation sprühe und so viel erledige, wie (gefühlt) in meinem ganzen Studium nicht. Wenn ich mich aber jeden Tag frage „Ist das das Beste, was ich geben kann?“ und die Antwort ganz ehrlich (!!) „Ja“ ist, dann kann ich mir keine Vorwürfe machen. Mach dich mal los von den Anforderungen der heutigen Leistungsgesellschaft und gib einfach jeden Tag dein Bestes – und nicht mehr.
  18. Hör niemals auf, nach dem „Warum“ zu fragen.Warum? Weil das Leben ohne Neugier langweilig ist und es sich gut anfühlt, Antworten zu haben. Wissen rockt.

 

Lilli

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s