Der innere Teenager – WZS #6

Wir sind noch nicht durch mit der Vergangenheit. Eigentlich wollte ich mich diesen Sonntag wieder etwas mehr der Gegenwart zuwenden, aber dann fiel mir eine wirklich schöne Sache ein.

Wir nehmen heute wieder unser Notizbuch oder unser Papier und schreiben unseren 14-jährigen Ichs einen Brief.

Keiner kennt unser 14-jähriges Ich so gut, wie wir selbst, ob es um die Probleme und Unsicherheiten der Pubertät geht, oder um die Wünsche und Träume für die (damals ferne) Zukunft. Heute sind wir schlauer, weiser, erfahrener, haben Ziele erreicht, Wünsche verworfen, sind vielleicht gescheitert und wieder aufgestanden und könnten unserem inneren Teenager sooo viel mit auf den Weg geben. Und das alles 100% maßgeschneidert!

Natürlich können wir die Zeit nicht zurückdrehen und unsere Vergangenheit ändern. Wir können uns aber vor Augen halten, wie sehr wir am Leben gewachsen sind und dass wir einer jüngeren Generation durchaus etwas mitgeben können. Sei es ein tot sicherer Tipp fürs erste Date oder die Erkenntnis, dass uns die Schule selten auf das wahre Leben vorbereitet.

Schon mal vom Konzept des inneren Kindes gehört? Ich fand den Gedanken, dass jeder Zeitpunkt und jede Version von mir für immer in meinem Inneren aufbewahrt ist, mehr als überwältigend. Und durch die Verbindung zu meinem inneren Kind kann ich mich nicht nur besser mit der Vergangenheit „abfinden“, sondern profitiere gegenwärtig davon. Wenn ich mir vorstelle, dass mein 14-jähriges Ich mit mir durchs Leben geht, dann habe ich nicht nur eine vertraute Person bei mir. Ich werde auch mutig, zuversichtlich, fürsorglich und optimistisch. Denn ganz ehrlich: wer würde seinem inneren Kind (oder jedem anderen Kind) ernsthaft vermitteln, dass das Leben scheiße und viel zu anstrengend ist? Worauf kann sich unser 14-jähriges Ich freuen, wenn wir seine Träume im Keim ersticken? Denn das tun wir, wenn wir pessimistisch und mit Opfer-Attitüde durchs Leben gehen. Unser inneres Kind fühlt sich furchtbar hoffnungslos und was für eine Zukunft ereilt wohl jemanden, der das Schlimmste erwartet?

Es kann durchaus sehr emotional zugehen, wenn man sich vorstellt, mit seinem inneren Kind zu reden. Vor allem, wenn die Kindheit nicht die schönste war. Aber jeder weiß auch am besten, was er oder sie als Kind /Teenager am meisten gebraucht hat. Eine Umarmung, ermutigende Worte, einen Blick in die Zukunft.

Mein inneres Kind soll wissen, dass gute sowie schlechte Dinge passieren. Aber wir sind beide immer noch hier und ich würde es nicht anders haben wollen.

Wie findet ihr diese Übung? Denkt ihr, das Konzept des inneren Kindes ist Mumpitz oder überzeugt euch die Vorstellung davon? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

Einen schönen Sonntag!

 

Lilli

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