Erinnerungen machen – WZS #9

Die Idee für das heutige Wort zum Sonntag kam mir, als ich gestern in einem alten Tagebuch von mir herum blätterte. Was ich damals geschrieben habe zeigt mir ganz deutlich, welche Fortschritte ich gemacht habe. Nicht nur, dass ich konkrete Ziele erreicht habe, wie das Abitur oder das Studium, sondern auch, dass sich mein Denken arg weiterentwickelt hat. Das macht mich ziemlich stolz. Die Gedanken, die ich vor 8 Jahren noch hatte, kämen mir heute nicht mehr in den Sinn.

Nicht jeder führt Tagebuch, aber ich finde es wichtig, ab und an mal zu dokumentieren, wo man sich befindet. Eine kleine Rundum-Bestandsaufnahme zu machen. A) um nichts zu vergessen und b) um sich klar zu machen, wie sehr man sich entwickelt – vielleicht ohne es zu merken.

Deshalb schreiben wir heute einen Brief an unser zukünftiges Ich. Dabei ist ganz egal, ob wir 5 Jahre oder 20 Jahre in die Zukunft denken. Das kann jeder für sich entscheiden. Ich möchte z. B. gern zu meinem 50-jährigen Ich sprechen.

Natürlich wissen wir nichts über unser zukünftiges Leben und wir werden keine Antworten auf unsere Fragen bekommen bevor genau diese Zeit verstrichen ist. Deshalb habe ich ein paar anregende Fragen gesammelt, die helfen könnten, sich mit dem Unbekannten auseinanderzusetzen.

Wer bin ich? An welchen Punkt in meinem Leben befinde ich mich meiner Meinung nach gerade? Habe ich Wünsche und Pläne für die Zukunft? Was glaube ich bisher erreicht zu haben? Welche Menschen habe ich gerade in meinem Leben und was denke ich über sie? Fühle ich mich eingeschränkt oder unfrei? Wie beeinflusst mich mein Umfeld, in was für einer Welt / Gesellschaft lebe ich momentan? Was für Veränderungen erwarte ich in der Zukunft? Werden vielleicht geliebte Menschen aus meinem Leben verschwinden? Und wie geht es mir mit diesem Gedanken? Welche Menschen werde mich auch in der Zukunft noch begleiten? Welche Dinge bleiben und was wird vergehen? Was kommt noch dazu? Wie würde mein zukünftiges Ich mein heutiges Leben bewerten?

Die letzte Frage finde ich besonders wichtig. Irgendwie gehe ich davon aus, dass mein 50-jähriges Ich schlauer und weiser ist, als ich es jetzt bin (logisch). Und gerade weil ICH es bin und nicht irgendjemand anderes, liegt es mir am Herzen, nicht enttäuscht von mir selbst zu sein.

Mit diesem Wort zum Sonntag, machen wir also nicht nur Erinnerungen für unser zukünftiges Ich. Wir besinnen uns auch mal ganz ehrlich darauf, was wir eigentlich erreichen wollen und ob wir unser Glück nicht gerade unterbewusst selbst sabotieren.

Ich werde meinen Brief irgendwo aufbewahren, und (hoffentlich) in 24 Jahren dran denken, ihn herauszuholen und zu lesen. Vielleicht werde ich lachen, vielleicht weinen. Vielleicht werde ich ähnlich stolz sein, wie, wenn ich meine alten Tagebücher lese.

Einen sonnigen Sonntag wünsche ich.

 

Lilli

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