Augen auf und durch!

Die Welt ist furchtbar, schrecklich, hässlich, ungerecht. Daran kannst du nichts ändern. Ich finde mich damit ab, dass die Welt zu Grunde geht und mach mir derweil ein schönes Leben. Scheiß auf die Welt. Sie gibt mir eh nichts zurück.

In letzter Zeit begegne ich oft Menschen, die in dieser traurigen Illusion leben. Und das macht mich selbst ganz traurig. Es ist die Sorte Mensch, die Feuer mit Feuer bekämpft. Oder noch schlimmer: mit Gleichgültigkeit. Die Sorte, die alles um sich herum und vor allem ihr eigenes Leben für selbstverständlich nimmt. Menschen, die ihr Ego befriedigen wollen, aber nicht den Rest ihrer Seele.
Aber der Reihe nach. Wertschätzung. Ich sag es so oft. Dieser Planet ist ein Wunder. Jeder Mensch ist ein Wunder. Und ja, es gibt Missstände und es gibt Ungerechtigkeit. Aber warum genau nehmen wir das so hin? Ich finde beim besten Willen keinen Grund. Es ist nicht richtig, dass Menschen und Tiere und die Umwelt leiden. Warum finden wir uns damit ab? Wir können definitiv etwas ändern und jeder, der etwas anderes behauptet ist entweder feige, faul oder schlichtweg unmoralisch. Jeder einzelne von uns wird von diesen Missständen beeinträchtigt – aber Teil dieser Missstände ist eben auch, dass es uns leicht gemacht wird zu glauben, dass es mich oder dich – den Einzelnen – doch gar nicht betrifft. Wir können uns ein nettes Leben machen ohne jemals darüber nachzudenken auf wessen zerschundenen Rücken wir unseren Luxus genießen. An jeder Ecke gibt es Essen, billige Kleidung, 2 Autos pro Familie, kein Mülltrennungs-Gesetz, Fast-Food, Fast-Fashion, verschiedene Produkte von hundert verschiedenen Marken für jeden Zentimeter des Körpers. Ist doch toll!
Ich allein kann den Welthunger nicht stillen. Aber ich kann versuchen, Leute mit zu ziehen. So viele wie möglich. Und das ist nicht penetrant. Es ist lediglich ein Wunsch. Ein tiefsitzender Wunsch, der nicht mein Ego befriedigt. Und deshalb würde ich nahezu jede Wunschbefriedigung aufgeben, die mich nur zeitweise glücklich macht. Deshalb verzichte ich BEISPIELSWEISE auf tierische Produkte. Es ist eben das kleinere Übel. Ich habe nicht die Absicht, irgendwen zu missionieren. Aber ich habe das Recht, meine Überzeugungen und Wünsche zu äußern. Normalerweise mache ich das nur, wenn man mich danach fragt. Aber wenn man nie von selbst sagt, was man sich wünscht, überlässt man sein Glück dem Zufall. Oder eben den Menschen, die sich nicht im geringsten für dein Glück interessieren.

Zweiter Einwand: niemand kann auf alles achten. Es läuft zu viel schief. Aber ich seh wieder keinen Grund, es nicht zu versuchen. Seit wann ist es gut, lieber gar nichts zu tun, als das kleine Bisschen, was man tun kann? Weil man keinen Erfolg sieht? Ich frage mich wie die Sorte Menschen, die ich erwähnt hab, ihr Gewissen sortiert. Oder es gibt gar keines. Ich stelle mir jeden Tag die Frage, ob das, was ich tue, gut ist. Intrinsisch gut. Manche Menschen stellen sich diese Frage nie. Vielleicht, weil sie nicht wissen, was intrinsisch heißt. Aber vielleicht auch, weil sie nie außerhalb von sich selbst denken. Ja, Massentierhaltung ist schon scheiße. Aber tut mir ja nicht weh. Erderwärmung ist schon schlimm. Aber ein paar Grad wärmer sind doch auch ganz schön.
Jeder ist ein winziges Zahnrad in diesem Konstrukt „Welt“. Und wer die Augen vor diesem Fakt verschließt, lässt die schlimmen Dinge geschehen. Deshalb ist jedes Urteil über diese Welt, die ach so schreckliche Welt, unreif. Wir sind die Welt. Und wer sie schrecklich findet, tut am allerwenigsten dafür, dass sie nicht schrecklich ist. Meiner Erfahrung nach.

Nochmal: ich will niemandem meinen Lebensstil und meine Überzeugungen aufzwingen. Gerade wenn man beispielsweise vegan lebt, bekommt man diese Penetranz einfach ungefragt in den Mund gelegt. In diesem Beitrag geht es aber um viel mehr, als nur um Essgewohnheiten. Es geht um die Einstellung, die ich oben zitiert habe.

Jetzt kann ich wieder ein bisschen leichter atmen.

 

Lilli

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