So geht Minimalismus

Minimalismus in allen Lebensbereichen.

Wie sieht Minimalismus jetzt eigentlich explizit aus? Ich fühle mich nicht in der Position, jemandem zu erzählen, wie er sein Leben richtig aussortiert. Allerdings gebe ich gerne meine Erfahrungen und Methoden weiter.

Beim Wort Minimalismus denkt man klassischerweise erst mal an das Aussortieren von Kleidungsstücken. So fing es bei mir auch an. Mittlerweile habe ich meine kompletten Küchen- und Bad-Utensilien aussortiert, meine Nahrungs-Vorräte und vor allem Überbleibsel davon, meine Abstellkammer, meine Festplatte und – klingt jetzt komisch – meinen Kopf. Ich setze auf Einfachheit, Klarheit. Und wenn tatsächlich mal etwas Materielles fehlen sollte, wird man eben kreativ. Das mit dem Kopf ist eigentlich noch mal ein Thema für sich. Aber im Grunde verabschiedet man sich von allen Gedanken und Denkmustern, die einem nicht weiterhelfen, die unnötige negative Gefühle hervorrufen und schlechte Verhaltensweisen triggern. You get the idea.

Ich habe mir monatelang immer und immer wieder die Frage gestellt: Ist das zu viel? Ganz besonders, wenn ich mich überfordert gefühlt habe und nicht genau wusste, wieso eigentlich.

Nur noch besitzen, was ich brauche, nicht, was ich gebrauchen kann.

Wir sind doch heutzutage einfach nur überfordert mit Möglichkeiten. Wir KÖNNEN alles irgendwie und irgendwann mal gebrauchen. Ob wir es tun, ist die andere Frage. Ich möchte nichts mehr besitzen, nur weil diese und jene Situation mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1000 eintritt. Deshalb habe ich 2/3 meiner Handtücher und meine 10 Shot-Gläser aussortiert. Denn die Chance, dass mich 9 Leute besuchen, die Schnaps trinken und dann bei mir duschen wollen, ist schwindend gering. Allerdings brauche ich unbedingt meinen Pürierstab. Denn Kürbissuppe MUSS sein.

Überfluss oder Eindeutigkeit?

Wenn man mich in in meiner Wohnung besucht, sieht man sofort, wer ich bin. Man muss nicht suchen. Ein Blick reicht. Von den Bildern und Fotos an meiner Wand, bis zu den vorhandenen und nicht vorhandenen Möbelstücken. Man sieht, dass ich nicht viele Klamotten habe, denn ich besitze keinen Kleiderschrank. Man sieht, dass ich nicht viel Geld in meine Möbel investieren konnte. Man sieht, dass ich Pflanzen mag, aber nur einen mäßig grünen Daumen habe. Ein Blick in meinen Kühlschrank verrät, dass mir gesunde Ernährung wichtig ist. Ein Blick in meinen Aschenbecher zeigt, dass ich Laster habe. Klar, man kann auch mit vielen Dingen zeigen, wer man ist. Aber ich verliere den Blick fürs Wesentliche – für mein Wesen – wenn ich mich hinter einer Riesenauswahl an Klamotten und Besitztümern verstecke. Außerdem ist es mir nicht so wichtig, eine perfekt eingerichtete Wohnung zu haben. Authentizität ist das Stichwort.

Verschwendung oder Nachhaltigkeit?

Klar, wenn man nicht viel hat, dann muss das, was man hat, irgendwie sinnvoll sein. Ich möchte nicht jeden Monat neue Shirts brauchen, deshalb kaufe ich nicht mehr bei H&M und Primark ein. Ich möchte auch nicht unendlich viel Müll produzieren, deshalb kaufe ich nur die Produkte, die ich wirklich brauche. Essen wegschmeißen gibt es bei mir nicht. Oder nur in ganz seltenen Fällen. Meine Vorräte beschränken sich auf das, was es ohnehin nicht portionsweise zu kaufen gibt. Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist also eigentlich ein ziemlich cooler Nebeneffekt meines Minimalismus.

Der Gedanke ist gut.

Ich habe trotz alldem viel Zeug. Meiner Meinung nach. Weniger als andere, aber mehr als mir lieb ist. Ich sortiere gern immer mal wieder aus. Aber ich behalte oft auch Dinge, die ich a) noch aufbrauchen möchte, b) verschenken oder verkaufen möchte oder c) einfach testen möchte, ob sie wirklich (nicht) gebraucht werden. Nutzgegenstände und Klamotten, die ein Jahr lang nicht benutzt werden, müssen gehen.

Aber, wie gesagt, der Gedanke zählt. Ich werd weiter dran arbeiten, meine Besitztümer zu minimieren, aber ich weiß auch, dass es noch ewig dauern kann, bis ich nichts Überflüssiges mehr besitze.

 

Kennt ihr dieses befreiende Gefühl, wenn man den Kleiderschrank oder die Schreibtisch-Schublade ausmistet? Habt ihr euch schon mal mit dem Thema Minimalismus befasst? Schreibt mir gern eure Erfahrungen!

Mehr zum Thema findet ihr in meinem Interview beim werten Fräulein Schwarz oder hier in meinem letzten Beitrag.

Lilli

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