Kunst ist Kunst ist Kunst. Mehr nicht.

Oder doch?

So wie andere Leute nicht ohne Fußball können, kann ich nicht ohne Kunst. Ich habe ihr – mehr unfreiwillig – mein Leben verschrieben. Was mich an Kunst begeistert? Ich kann es nur erahnen, aber ich denke es hat viel damit zu tun, dass Kunst mehr oder weniger plakativ zeigt, wie vielfältig Menschen sind. Manche Kunst versteht man einfach nicht. Manche ist einfach schön. Ausdruck. Darum geht es doch eigentlich. Ich will mich ausdrücken und es fasziniert mich, wie andere sich ausdrücken.

An einer Frage aus Wiebkes und meinem Interview hab ich mich etwas länger aufgehalten. Ist jeder ein Künstler? Am liebsten hätte ich ausführlicher darauf geantwortet. Das hole ich hier jetzt nach.

Je nachdem, was man als „Kunst“ bezeichnet, kann jeder Mensch auch Künstler sein. Ist es schon Kunst, wenn man sich überlegt, wie man am besten die Familienbilder an der Wand anordnet? Oder wie man trotz Arbeitslosigkeit seinen Tag gestaltet? Oder wie man auf der Arbeit ein verzwicktes Problem löst?

Meiner Meinung nach steht bei der Kunst die Kreativität im Mittelpunkt. Und ja, ich finde demnach ist jeder Mensch irgendwo ein Künstler. Kreativität kommt von creare. Erfinden. Erzeugen. Herstellen. Das macht doch jeder Mensch, oder? Ich finde es etwas fad zu behaupten, dass man nur künstlerisch tätig ist, wenn man Farbe aus Tuben nimmt und aus ihnen etwas macht, das man sich an die Wand hängen kann. Wenn es doch Leute gibt, die Life-Hacks erfinden, Möbel bauen, leidenschaftlich Socken stricken und so weiter. Nicht, dass ich das alles als Kunst bezeichnen würde. Oder vielleicht doch. In dem Moment, in dem man auf den Schaffensprozess fokussiert, ist es zumindest dem Wortsinn nach kreativ.

Gehen wir noch einen Schritt weiter: werden nicht auch Situationen und Beziehungen hergestellt? Gedanken, Gefühle und Stimmungen erzeugt? Und wenn ja, kann man sich dem entziehen? Kann man leben, ohne je einen kreativen Prozess mitzuerleben oder in Gang zu setzen?

Vielleicht müssen wir uns alle darüber bewusst werden, dass wir selbst treibende Kraft in unserem Leben sind und dass es uns frei steht, es so zu GESTALTEN, wie wir es gern hätten. Mehr noch, dass wir gar keine andere Wahl haben, als es zu tun.

Trotzdem würde ich sagen, dass Kunst Kreativität einschließt, kreative Menschen aber nicht automatisch Künstler sind. Wo genau aber die Grenze ist, möchte ich nicht festlegen. Vielleicht ist es genau das Bewusstsein über das Erschaffen von Dingen. Vielleicht ist das Kriterium, dass man Kunst ganz klassisch in ein Museum stellen kann. Was sind dann aber beispielsweise Bücher, Musik und Performance? Meiner Meinung nach passiert Kunst um ihrer selbst Willen, weil der Künstler es so will. Und das klingt für mich auch nicht paradox, weil Kunst und Künstler zusammengehören. Logisch eigentlich.

Aber was denkt ihr? Was ist Kunst? Interessiert ihr euch für Kunst? Wenn nicht, warum nicht?

Lasst uns mal drüber quatschen!

Mehr Gedanken zu Kunst und Kreativität könnt ihr in meinem letzten Beitrag lesen, oder bei Fräulein Schwarz.

Lilli

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