Grün war schon immer meine Lieblingsfarbe

Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Tierschutz und Fairness sind Themen, mit denen ich mich in letzter Zeit viel beschäftige. Früher dachte ich immer, das sind Dinge, mit denen sich Leute befassen, die nichts Besseres zu tun haben. Die keine anderen Sorgen haben. Heute ärgere ich mich darüber, dass ich viele Jahre im Überfluss und auf der falschen Seite der Moral gelebt habe, ohne es zu merken. Vielleicht liegt das daran, dass Nachhaltigkeit ein Trend geworden ist. Oder es kommt mir nur so vor. Man kommt doch gar nicht mehr durch den Tag, ohne irgendwo „vegan“, „bio“, „ökologisch abbaubar“ oder stellvertretend für das alles einfach grün zu sehen. Grün ist toll und gesund. Grün war schon als Kind meine Lieblingsfarbe. Was das mit Konsum zu tun hat, weiß ich erst jetzt. Jetzt, da ich allein wohne, für mich selbst sorge und mehrmals wöchentlich am Bio-Regal vorbeigehe, versteht sich.

Natürlich musste ich auch feststellen, dass nicht alles gesund ist, nur weil es eine grüne Verpackung hat. Aber es wird ganz bewusst mit dieser Annahme gespielt. Bewusstsein. Klingt wie ein weiterer Trend. Ich finde Bewusstsein notwendig. Bewusstsein gibt Kontrolle über das eigene Leben. Bist du dir nicht darüber bewusst, was du kaufst, trägst, isst, trinkst, beziehungsweise woher das kommt, was damit zusammenhängt, wohin das Geld dafür geht und vor allem warum – dann bist du eigentlich nur eine von Millionen Konsumenten-Marionetten.

Als mir dämmerte, dass auch ich ziemlich „unbewusst“ konsumierte, fühlte ich mich fast ein bisschen meiner Identität beraubt. Ich fand mich plötzlich nur noch halb so cool mit meinem To-Go-Kaffeebecher und meinen ständigen H&M-Schnäppchen. Ich hab mich, was Konsumgüter betrifft, seit ich denken kann davon beeinflussen lassen a) worauf ich in jenem Moment Lust hatte, b) was als cool, trendy, modern galt und c) dass ich so viel wie möglich für so wenig wie nötig bekam. Heute würde ich Menschen, die dieses Muster verfolgen, am liebsten schütteln. Es ist doch im Vergleich zu früher kein Geheimnis mehr, wie schlecht die Menschen (und Kinder!) behandelt und bezahlt werden, die all unsere tollen Schnäppchen herstellen. Oder, dass nur ein winziger Bruchteil von unserem Plastikmüll recycelt wird und der riesige Rest im Meer schwimmt und Menschen und Tieren das Leben kostet. Auch, wenn ich das alles im gemütlichen Deutschland nicht vor Augen habe, passiert es doch. Warum würde man das wollen? Und wenn man es nicht will, warum unterstützt man es trotzdem?

Weil es ziemlich anstrengend ist, es nicht zu tun. Weil man nicht drum herum kommt, in Plastik verpackte Dinge zu kaufen und weil wir in einer heillos oberflächlichen Gesellschaft leben, die uns vorschreibt, was für Klamotten wir tragen sollten.

Um so besser ist es doch, dass Nachhaltigkeit mittlerweile in aller Munde ist, oder? Noch nie war es so einfach, herauszufinden, wie man sich selbst, anderen und der Umwelt etwas Gutes tun kann. Man muss lediglich offen für Information und Veränderung sein. Und da liegt das Problem. Bei einem selbst. Wer sind wir? Und wer wollen wir sein?

Wenn es um Nachhaltigkeit und alles, was damit zusammenhängt, geht, bin ich sicherlich keine Expertin. Trotzdem fühle ich mich irgendwie berufen, auf den Zug aufzuspringen und meine Erkenntnisse zu teilen. Vielleicht erleichtert es ja jemandem den Zugang zu seiner eigenen Bewusstseinsarbeit. Wichtig ist es allemal.

Freut euch also schon mal auf zukünftige Beiträge von mir in meiner Rolle als Gutmensch für alle Weltverbesserer in spe. 😉

Lilli

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Ein Gedanke zu “Grün war schon immer meine Lieblingsfarbe

  1. Melanie schreibt:

    Aber sicher freue ich mich schon auf kommende Beiträge! 😊
    Es hat auch lange bei mir gebraucht, bis es klick gemacht hat und ich meinem Konsum den Kampf angesagt habe. Das fängt schon bei Kleinigkeiten, wie etwa Chaos im Kleiderschrank und Krims Krams, den man einfach nicht braucht.
    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

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