Der richtige Umgang mit Frust

Wurden dir schon mal Steine in den Weg gelegt? Mir auch. Nicht nur einmal. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Universum seit 10 Jahren dauerhaft Steine nach mir schmeißt. Ich weiß nicht mehr genau, wann es angefangen hat – vielleicht auch schon früher. Vielleicht war mein erster Stolperstein eine unerwiderte Jugendliebe. Vielleicht waren es die ersten gesundheitlichen Probleme nach dem Abitur. Zumindest wusste ich schon, dass ich mit Schwierigkeiten zu rechnen haben würde, als ich den Entschluss gefasst hatte, nach meinem Studium noch eine Ausbildung zu machen. Ich bin 27 Jahre alt. Eine junge Frau – oder nicht mehr sooo junge Frau. Irgendwie aber auf jeden Fall erwachsen. Und das Leben pisst mir stetig und zuverlässig ans Bein.

Früher wäre ich traurig gewesen und hätte mich selbst für all das verantwortlich gemacht. Tatsächlich habe ich immer noch diesen Instinkt. Aber mittlerweile weiß ich es doch besser.

Wenn du immer dein Bestes gegeben hast, solltest du dir niemals selbst Vorwürfe machen.

Ja, die Welt ist ein unfairer Ort. Irgendwie können wir alle was dafür und irgendwie auch nicht. Aber was tut man denn nun, wenn der riesige Berg Stolpersteine nie kleiner wird?

Erstmal Frust abbauen. Das ist das, was viele Menschen falsch machen. Also Obacht. Ich begieße meinen Frust gern mit Wein. Andere gehen vielleicht in den Club und schleppen jemanden ab, um sich besser zu fühlen. Beides ist nicht unbedingt ratsam – allerdings tu ich mit meinem Wein-Konsum höchstens mir selbst weh.

Bevor ich aber jetzt meine Flasche Wein öffne, mache ich mir einen Plan. Denn der neueste Stolperstein hat meinen ursprünglichen Plan unter sich begraben. Ich habe keine Ahnung, wie es konkret weitergeht, aber bevor ich mich für diesen Abend meinem Frust hingebe, muss ich mir bewusst machen, dass es weitergeht. Und ich mache mir bewusst, dass aufgeben keine Option ist. Ich werde eine Lösung finden. Ich habe bisher immer eine Lösung gefunden.

Fassen wir zusammen:

  1. Ruhe bewahren und nicht aufgeben.
  2. Alternativen suchen, ausspielen und planen.
  3. Zeitraum für Frust festlegen und in Selbstmitleid versinken.

Wenn ich morgen aufstehe, stehe ich auf, wann es mir passt. Dann werde ich mit einer Freundin telefonieren – weil das immer hilft. Und dann schaue ich mir an, was für Schritte ich machen kann. Die Alternativen habe ich bereits aufgeschrieben, Gott sei Dank bevor ich zur Weinflasche griff.

Ich glaube, da liegt der Fehler, den viele machen. Den ich auch gemacht habe. Frust ist nur sinnvoll, wenn er überwunden wird. Und es ist leichter, ihn zu überwinden, wenn man gewisse Vorkehrungen trifft. Und die Nachsorge.

  1. Sich selbst etwas Gutes tun.
  2. Punkt 1 und 2 in Erinnerung rufen und anfangen.

Mein Geheimtipp für Frust ist folgender: Versuch, aus diesem passiven Selbstmitleids-Gefühl etwas aktives, fast aggressives zu machen. Und damit meine ich nicht, dass du irgendwen verprügeln sollst. Gewalt bitte nur an Kuscheltieren auslassen. Es ist nämlich so… Egal, wie dein Plan B, C oder T aussieht, ob es dir leicht fällt oder nicht, ob du damit etwas einbüßen musst oder auch nicht wirklich was dabei gewinnst, der Gedanke, dass du es der ganzen Welt zeigen willst, der ganzen Welt beweisen willst, dass du es hinbekommst… DAS ist der Treibstoff, den du brauchst, um es zu tun. Der Treibstoff, der gar kein Selbstmitleid aufkommen lässt oder der zumindest die Überwindung beschleunigt. Damit du jeden Stolperstein aus den Weg kicken kannst. Und wenn du morgen aufstehst, steh auf, als würdest du es mit voller Absicht tun.

 

Lilli

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